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14 FAMILIENWEGWEISER 01 Frauen, die ungeplant schwanger wurden und das Kind aus den verschiedensten Gründen nicht zur Welt bringen können oder wollen, müssen sich vor einem möglichen Schwangerschaftsabbruch bei einer Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle beraten lassen. Nach der in Deutschland geltenden Beratungsregelung ist der Schwangerschaftsabbruch zwar grundsätzlich rechtswidrig, er bleibt aber unter bestimmten Voraussetzungen straffrei: Ein Schwangerschaftsabbruch ist nicht rechtswidrig, wenn eine medizinische oder kriminologische Indikation vorliegt; er ist nicht strafbar, wenn nach der sogenannten Beratungsregelung vorgegangen wird: Hierfür ist dem Arzt von der Schwangeren, die den Eingriff verlangt, eine Beratungsbescheinigung nachzuweisen. Die Schwangerschaftskonfliktberatung hilft bei der Entscheidungsfindung und bietet betroffenen Frauen wertvolle Hilfe zur Konfliktlösung – wie auch immer die Entscheidung ausfällt. In jedem Fall muss die Entscheidung innerhalb von zwölf Wochen getroffen werden. Die Schwangerschaftsberatungsstellen der Lippischen Landeskirche, der AWO und von profamilia bieten eine Schwangerschaftskonfliktberatung mit Ausstellung eines Beratungsscheines an; der Sozialdienst katholischer Frauen (skf) berät zwar, stellt aus religiösen Gründen aber keinen Beratungsschein aus. www.lippische-landeskirche.de Link „Beratung & Seelsorge“  „Evangelisches Beratungszentrum“ www.skf-zentrale.de www.profamilia.de www.awo-lippe.de Link „Beratungsstellen“  „Schwangerschaft/Familie“ www.bmfsfj.de UNTERSTÜTZUNG IM KRANKHEITSFALL Mutter-Kind-Kuren / Müttergenesungskuren Es gibt eine Vielzahl von Kurangeboten. Kostenträger sind entweder die gesetzlichen Krankenkassen oder der Rentenversicherungsträger. Man unterscheidet zwischen ambulanten und stationären Kurmaßnahmen. Es gibt Vorsorgekuren zur Vermeidung von Krankheiten und Reha-Kuren zur Heilung von Erkrankungen oder zur Besserung der Erkrankung, bzw. Verhütung von deren Verschlimmerung. Wenn Sie sich als Mutter vom Alltag überfordert fühlen, einfach müde, kraftlos und voller Sorgen sind, sollten Sie vielleicht über eine Müttergenesungskur ohne Kinder oder eine Mutter- Kind-Kur nachdenken. Die Kosten übernehmen bei entsprechender medizinischer Indikation die gesetzlichen Krankenkassen. Erwachsene zahlen zehn Euro pro Kurtag dazu. Kuren helfen auch präventiv. Wenn Sie sich beispielsweise sehr erschöpft fühlen, kann dieser Zustand mittelfristig zu einer dauerhaften Erkrankung führen und eine Vorsorgekur könnte zur Gesunderhaltung beitragen. Ebenfalls sind Vater-Kind-Kuren und in Einzelfällen Familienkuren möglich. Mit oder ohne Kind Wenn Sie sich für eine Müttergenesungskur entscheiden, werden Sie in einem Haus untergebracht, in dem nur Mütter anzutreffen sind. Im Falle einer Mutter-Kind-Kur, kommt Ihr Kind, bzw. kommen Ihre Kinder mit zur Kur. Je nach Indikation bekommen die Kinder eigene Anwendungen oder Sie kommen als Begleitkinder mit. Haben die Kinder psychosoziale Probleme, eine verzögerte Entwicklung oder sonstige Erkrankungen, können Ihre Kinder als Kurkinder Anwendungen bekommen. Die Entscheidung darüber trifft die Krankenkasse nach Prüfung der ärztlichen Atteste. Ihr Kind wird tagsüber in altersgerechten Kindergruppen betreut. Eine Kur dauert im Regelfall drei Wochen, kann aber in medizinisch begründeten Ausnahmefällen verlängert werden. Wie und wann Sie eine Kur erhalten Die Gesetzlichen Krankenkassen bewilligen eine Kur, wenn die medizinischen Voraussetzungen vorliegen. Mutter und Schwangerschaftsabbruch


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