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54 FAMILIENWEGWEISER 06 Kinderfreibeträge Bei der Besteuerung von Elterneinkommen wird ein Betrag in Höhe des Existenzminimums ihrer Kinder steuerfrei belassen. Dies wird durch das Kindergeld bzw. den Kinderfreibetrag bewirkt: Bei der Veranlagung zur Einkommenssteuer prüft das Finanzamt automatisch, ob mit der Zahlung des Kindergeldes das Existenzminimum Ihres Kindes bereits steuerfrei gestellt ist. Dies ist letztendlich abhängig von der Höhe des individuellen Steuersatzes. Reicht das Kindergeld nicht zur verfassungsrechtlich gebotenen Steuerfreistellung aus (die ist regelmäßig bei hohem Einkommen der Fall), werden die Freibeträge für Kinder vom Einkommen abgezogen und das bereits ausgezahlte Kindergeld verrechnet. Kinderzuschlag Eltern mit geringem Einkommen haben zusätzlich zum Kindergeld Anspruch auf einen Kinderzuschlag. Der Zuschlag wird maximal drei Jahre gezahlt. Er ist für Eltern gedacht, die zwar mit ihrem Einkommen ihren eigenen Lebensunterhalt, nicht aber den des Kindes finanzieren können und deshalb Hartz IV in Anspruch nehmen müssten. Der Kinderzuschlag soll verhindern, dass Familien von Hartz IV-Leistungen abhängig werden. Der Anspruch entfällt, sobald das Elterneinkommen den gesamten Familienbedarf deckt. Um einen Kinderzuschlag zu beantragen, wenden Sie sich – wie auch für das Kindergeld – an die Familienkasse der Agentur für Arbeit. Ob und wie viel Kinderzuschlag Ihnen zusteht, können Sie mit dem „Kinderzuschlagrechner“ auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums www.familien-wegweiser.de berechnen. Elterngeld Das Elterngeld soll Familien im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes finanziell helfen, wenn Sie für diesen Zeitraum beruflich kürzer treten, um das Kind betreuen zu können. Zugleich soll es Mutter und Vater einen Anreiz bieten, sich die Kindererziehung und -betreuung partnerschaftlich zu teilen. Ab der Geburt eines Kindes können Eltern bis zu 14 Monate lang das Elterngeld erhalten, beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil allein kann die Leistung für mindestens zwei und maximal zwölf Monate beziehen. Für zusätzliche zwei Monate wird das Elterngeld gezahlt, wenn auch der Partner vom Angebot des Elterngeldes Gebrauch macht und den Eltern für mindestens zwei Monate Erwerbseinkommen ganz oder teilweise wegfällt. Arbeiten Mutter oder Vater während des Elterngeldbezugs in Teilzeit, darf die Wochenarbeitszeit 30 Stunden nicht übersteigen. Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich des wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, können aufgrund des fehlenden Partners volle 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. Nähere Einzelheiten können Sie auf der Internet-Seite des Bundesfamilienministeriums www.familien-wegweiser.de oder unter www.elterngeld.nrw.de erfahren. Zur Beratung, Information und Antragstellung wenden Sie sich bitte an die Elterngeldstelle im Kreishaus, deren Kontaktdaten Sie im Adressteil finden.


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