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58 FAMILIENWEGWEISER 06 UNTERHALT Wenn die Partnerschaft zerbricht Während einer bestehenden Ehe oder Lebensgemeinschaft können sich die Eltern in der Regel in Fragen der finanziellen Gestaltung ihres Familienlebens einigen. Wenn sich die Eltern aber trennen, gehört zu den wichtigsten zu klärenden Punkten auf jeden Fall der Unterhalt. Hierbei geht es um den Unterhalt für Ihre gemeinsamen Kinder sowie den Unterhalt für die Mutter oder gegebenenfalls den Vater. Auch wenn Sie als Eltern nicht miteinander verheiratet waren, können Unterhaltsansprüche bestehen. Die Klärung der Unterhaltsansprüche ist meist so kompliziert, dass es sich in der Regel empfiehlt, hierzu rechtlichen Rat einzuholen. Es ist wichtig, dass Sie sich möglichst frühzeitig – vor oder sofort nach der Trennung – um eine Klärung der Unterhaltsansprüche kümmern, damit nicht Ansprüche für die Vergangenheit verloren gehen. Unterhaltsanspruch des Kindes Jedes Kind hat Anspruch auf Unterhalt durch seine Eltern, bis es seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Mütter und Väter können den Unterhalt entweder durch Pflege und Erziehung oder durch Barunterhalt leisten. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, leistet seinen Unterhalt durch die Pflege und Erziehung des Kindes. Der andere Elternteil zahlt den Barunterhalt. Kindesunterhalt hat Vorrang vor allen anderen Unterhaltsansprüchen. Die Höhe des zu leistenden Barunterhalts hängt vor allem ab: n vom aktuellen Einkommen des Unterhaltszahlers, n vom Alter des Kindes und n von der Zahl der Personen, denen Unterhalt zusteht. Der gesetzliche Mindestunterhalt richtet sich nach dem steuerlichen Freibetrag für das sächliche Existenzminimum (Kinderfreibetrag). Das sächliche Existenzminimum umfasst die Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhaltes, wie Nahrung, Wohnen und Kleidungsbedarf eines Kindes. Das Unterhaltsrecht wird insoweit an das Steuer- und Sozialrecht angepasst. Damit entfällt die Regelbetragsverordnung. Mit dem einheitlichen Mindestunterhalt wird außerdem die bisherige Differenzierung bei den Unterhaltssätzen für Kinder in den alten und neuen Bundesländern aufgehoben. Für die Festlegung des Kindesunterhalts gilt bundesweit die „Düsseldorfer Tabelle“ als Richtschnur. In ihr wird die Unterhaltsverpflichtung für alle Einkommen differenziert festgeschrieben. Mit steigendem Einkommen des Vaters oder der Mutter erhöht sich auch der Unterhaltsanspruch des Kindes. Sie können sich bei folgenden Institutionen und Behörden beraten lassen: n Jugendamt: Kostenfreie Beratung und Unterstützung des sorgenden oder sorgeberechtigten Elternteils über Unterhalt für minderjährige Kinder, ggf. gerichtliche Geltendmachung durch das Jugendamt als Beistand des jungen Volljährigen unter 21 Jahre oder des nicht verheirateten betreuenden Elternteils n Rechtsanwälte: Beratung aller Unterhaltsberechtigten und Unterhaltspflichtigen gegen Gebühr Unterhaltsvorschuss Nicht immer aber kommt ein Elternteil seiner Unterhaltsverpflichtung gegenüber seinem Kind nach, oder die Vaterschaft ist (noch nicht) geklärt. In diesen Fällen können Sie bei der Unterhaltsvorschusskasse der Jugendämter einen Antrag auf Unterhaltsvorschuss stellen. Den Antrag erhalten Sie vor Ort. Sie müssen Auskünfte über den anderen Elternteil geben und an der Feststellung der Vaterschaft mitwirken. Solange Sie der Staat finanziell unterstützt, sind Sie


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