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63 KREIS LIPPE 07 KOSTENLOSE RECHTSBERATUNG Wenn die Liebe gegangen ist Wir wollen nicht hoffen, dass Ihnen das passiert, aber die Statistik belegt eine Scheidungsquote von mehr als einem Drittel. Daher ist es wichtig, in einem solchen Fall Informationen und Hilfe zu bekommen, wie man eine Beziehung rechtlich sauber und für beide Partner (und die Kinder) auf möglichst wenig belastende Weise beendet. Die Evangelische Familienbildungsstätte bietet u.a kostenlose Rechtsberatung bei Trennung und Scheidung an. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Evangelische Familienbildung Leopoldstraße 27, 32756 Detmold % 05231 976642 immer am letzten Dienstag im Monat VATERSCHAFT Klärung der Vaterschaft – wichtig für Ihr Kind Für Ihr Kind ist es von großer Bedeutung zu wissen, wer seine Eltern sind. Hiervon sind für das Kind wichtige Rechtswirkungen abhängig, z.B. zur elterlichen Sorge und zum Umgang sowie Unterhalts-, Erb-, Renten- oder Krankenversicherungsansprüche. Manche Männer haben Zweifel an ihrer Vaterschaft und fürchten die damit verbundene Verantwortung einschließlich der finanziellen Folgen. Verheiratete Eltern Sind die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes miteinander verheiratet, so bedarf diese Vaterschaft keiner besonderen Feststellung. Sollte der Ehemann nicht der Vater sein, so kann gegebenenfalls die Vaterschaft angefochten werden. Unverheiratete Eltern Sind Mutter und Vater bei der Geburt ihres Kindes nicht miteinander verheiratet, so muss die Vaterschaft immer gesondert geklärt werden, auch wenn die Eltern zusammen leben und wissen, wer der Vater ist. Formlose schriftliche Erklärungen reichen nicht aus. Wenn Sie ein gemeinsames Kind erwarten, können Sie: n Als Vater ihre Vaterschaft bereits vor der Geburt anerkennen. Sie können aber auch die Geburt abwarten. Ihre Vaterschaftsanerkennung und die erforderliche Zustimmung der Mutter müssen öffentlich beurkundet werden (z.B. beim Standesamt, Jugendamt oder Notar). n Wenn Sie als Eltern unsicher über die Vaterschaft sind, können Sie – einvernehmlich – auch als Privatpersonen ein Abstammungsgutachten einholen. n Im Streitfall die Vaterschaft gerichtlich feststellen lassen. Das Familiengericht entscheidet über eine entsprechende Klage nach Einholen eines Sachverständigengutachtens. Anfechtung der Vaterschaft Manchmal ist der Mann, der rechtlich Vater eines Kindes ist, nicht der biologische Vater. Dann besteht grundsätzlich ein befristetes Anfechtungsrecht, insbesondere für diesen Mann, die Mutter und das Kind. Die Zweijahresfrist beginnt, sobald der Berechtigte von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen. Auf der Grundlage heimlich eingeholter Vaterschaftstests kann eine Vaterschaft nicht angefochten werden. In einer besonderen Situation kann gegebenenfalls von einer Vaterschaftsanfechtung abgesehen werden: Wenn ein Kind nach Abhängigkeit eines Scheidungsantrages geboren wird, der wirkliche Vater seine Vaterschaft anerkennt und die Mutter sowie der – gegebenenfalls bisherige – Ehemann zustimmen.


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